Wissen aus der werft: Blockchain, Kryptowährung, ICOs und Smart Contracts

Am 05. und 06. April fand die erste C3 Crypto Conference in Berlin statt. Im Fokus dieser Konferenz standen vor allem die Blockchain-Technologie, Kryptowährungen, ICOs und Smart Contracts – Alles Themen, mit denen wir uns bei der wissenswerft auch beschäftigen.

Auf der Veranstaltung waren vor allem die Enthusiasten, die in der Blockchain-Technologie die Möglichkeit für vollkommen neue Geschäftsmodelle sehen, anzutreffen. Ihrer Meinung nach hat diese Technologie das Potential, Industriebranchen auf elementare Weise zu verändern. So mancher sieht in der Blockchain sogar die nächste digitale Revolution nach dem Internet.

Wie man sieht, tritt Blockchain derzeit immer wieder als Gesprächsthema auf und unserer Meinung nach wird sich das auch nicht ändern. Ganz im Gegenteil erwarten wir, dass diese Technologie in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Umso wichtiger ist es, diese Technologie zu verstehen und die potenziellen Einsatzbereiche zu kennen.

Was steckt hinter der Blockchain-Technologie?

Die Blockchain ist eine speziell aufgebaute Datenbank, die Informationen dezentral auf vielen Computern verteilt, abspeichert und synchronisiert. Jeder dieser Computer besitzt eine eigene, vollständige Kopie der Datenbank. Zusammen bilden diese das Blockchain-Netzwerk. Die Blockchain besteht im Prinzip aus zwei Hauptbausteinen: Einem dezentralen sogenannten Peer-to-Peer Netzwerk und Blöcken mit Datensätzen.

Ein Peer-to-Peer Netzwerk (P2P) bedeutet, dass es keinen zentralen Knoten (Computer, so genannte „Nodes“) gibt, sondern die Knoten mit beliebig vielen anderen Knoten im Netzwerk verbunden sind. Dadurch entsteht die Dezentralisierung, ein wesentlicher Vorteil der Blockchain, da bei der Kommunikation von einem Computer zu einem anderen kein „Mittelsmann“ nötig ist. Ein weiterer Vorteil eines solchen Netzwerkes ist, dass die Ausfallsicherheit erhöht wird. Denn wenn ein Knoten wegfällt, kann die Kommunikation unter den anderen Knoten trotzdem weiter erfolgen.

Die einzelnen Datensätze werden als „Blöcke“ bezeichnet, die mittels kryptografischer Verfahren miteinander verkettet sind. Den Anfang der Kette bildet ein sogenannter Schöpfungsblock, dem alle anderen Datenblöcke in chronologischer Anordnung folgen. Vergleichen lässt sich das mit einer Kette, an der am unteren Ende ständig neue Perlen aufgezogen werden – daher kommt auch der Name „Blockchain“= „Blockkette“. Jeder Block beinhaltet einen Header, welcher eine Prüfsumme („Hash“) des vorherigen Blocks enthält und die Prüfsumme der gesamten Blockchain. Ein Hash ist eine Art digitaler Fingerabdruck von Daten. Jeder Datensatz, also jede Transaktion, hat also einen eigenen Fingerabdruck, der ihn von anderen Datensätzen unterscheidet. So wird nicht nur die Chronologie der Datenblöcke sichergestellt, sondern auch eine Manipulation verhindert. Denn sobald ein Block verändert wird, ändert sich auch die Prüfsumme und die Manipulation fällt sofort auf.

Die Vorteile der Blockchain-Technologie

Durch den Einsatz der Blockchain-Technologie werden die Transaktionsgebühren reduziert und die Eigentumsverhältnisse klar definiert. Durch ein in sich geschlossenes, einheitliches und manipulationssicheres Netzwerk werden zuverlässige Daten generiert und somit die höchste Sicherheit für sensible Daten geboten. Außerdem wird durch die Blockchain-Technologie eine unfehlbare, automatisierte, betrugssichere Vertragsabwicklung und eine hohe Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Handelswegen ermöglicht.

Kryptowährungen

Die Blockchain-Technologie wird oft nur ein Thema, wenn es um Bitcoin geht. Diese Kryptowährungen, wovon der Bitcoin wohl der bekannteste ist, sind digitale Zahlungsmittel ohne Geldscheine und ohne Münzen, welche übers Internet verwendet und mit Verschlüsselungstechnologie abgesichert werden. Doch die Liste von Kryptowährungen ist lang: Sei es Ethereum, für Smart Contracts, Ripple für ein Zahlungssystem ohne Blockchain oder IOTA für das Internet-der-Dinge-Zahlungssystem ohne Blockchain.

Doch die Blockchain kann noch so viel mehr als nur das technische Rahmenwerk für die dezentrale, virtuelle, digitale Währung zu sein. Denn auch für andere Einsatzbereiche, wie ICOs (Initital Coin Offering) oder Smart Contracts, bildet die Blockchain die technologische Grundlage.

Initial Coin Offering als Einsatzgebiet der Blockchain

Ein nicht ganz neues, aber immer noch sehr spannendes Thema ist das Initial Coin Offering (ICO). ICO ist eine Methode zur Unternehmensfinanzierung und ist in etwa vergleichbar mit der Ausgabe von Wertpapieren an einer Börse. Genauer gesagt haben Unterstützer und Investoren im Blockchain-Ökosystem die Möglichkeit, Token für Projekte zu erwerben und spekulieren darauf, dass sich der Wert dieser Token später erhöhen wird. Vor allem für die Finanzierung von Startups und neuen Unternehmen werden ICOs genutzt. Dafür „erzeugt“ das Startup zunächst die digitalen Tokens und verkauft diese anschließend. Dabei kann das Unternehmen entscheiden, ob sie so genannte Utility Token oder Revenue Share Token erzeugen und verkaufen. Der Unterschied hierbei ist, dass die Utility Token keinerlei Rechte am Projekt oder Unternehmen abbilden und nur als Zahlungsmittel genutzt werden. Die Revenue Share Token hingegen lassen sich eher mit Aktien vergleichen und berechtigen den Besitzer zum Empfang von Gewinnausschüttungen.

Vor allem die oft unklare regulatorische Lage von ICOs stellt Unternehmen jedoch vor besondere Herausforderungen. Denn in vielen Ländern ist unklar, ob ICOs wie normale Crowdfunding-Methoden bewertet werden. In einigen Ländern wurden ICOs sogar bereits verboten oder stark eingeschränkt. Auf der C3 Crypto Conference besuchten wir den Vortrag von Florian Merkel, Manager & Mitbegründer von SMART START der KPMG AG, der sich mit steuerlichen Rahmenbedingungen von ICO beschäftigt. Ein Unternehmen, dass ICO als Finanzierungsmodell einsetzt, befindet sich, so Merkel, in einem Spannungsfeld (Dreieck) zwischen Umsatzsteuer, Gewinn und Regulierung. Sobald das Unternehmen sich eine besser Position aus Steuersicht verschaffen möchte, greift meist die Regulierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Dieses Spannungsfeld sollte Unternehmen bewusst sein, wenn sie die Finanzierung über ICO in Erwägung ziehen.

Smart Contracts

Smart Contracts sind programmierbare Verträge, die durch den Programmcode definiert werden und dann automatisch auf Blockchains ausgeführt und durchgesetzt werden können. Zu bestimmten Zeitpunkten überprüfen diese Smart Contracts automatisch zuvor festgelegte Bedingungen und ermöglichen so eine direkte Durchsetzung von Verträgen. Die Vorteile von Smart Contracts sind, dass Verträge weitgehend unabhängig, das heißt ohne die Beteiligung eines Intermediärs und dadurch auch viel schneller abgeschlossen werden können. Dadurch, dass keine zentrale Instanz vorhanden ist, entsteht jedoch auch ein Risiko, da bei beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlverhalten nicht korrigierend eingegriffen werden kann.

Blockchain leicht erklärt! – Erklärvideo für das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft:

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Lena Petschick
Lena Petschick About the author

Lena ist seit Oktober 2017 bei der wissenswerft tätig und unterstützt das Team in den Bereichen Marketing & Sales.